So fragte ich mir ernsthaft, ob ich mir mein Passwort noch in Erinnerung rufen können werde. Diese Hürde stellte sich jedoch gar nicht, denn mein PC ist intelligenter als ich und wusste es noch. Geheime, schwarze Punkte.
So besitze ich nun endlich Internet. Und obwohl ich der Grund war, weswegen wir es jetzt seit über einem Jahr nicht mehr hatten, so muss ich sagen, so freute ich mich doch heute sehr darauf, nachdem der Techniker verschwunden war.
Schade, der Termin meines Mannes fällt flach und ich hatte gedacht in Ruhe erst mal das Internet auskosten zu können. Nun denn, eben nicht. Später.

Ich bin raus. Raus aus dem Schreiben. Raus aus dem seine Gedanken in Worte zu fassen, zwecks aufschreiben. Eingerostet. Wie ist das möglich?
Vielleicht werde ich einfach alte Einträge lesen um wieder in die Materie einzutauchen und in Erinnerungen zu schwelgen, als damals, alles besser war und freier und ohne Verantwortung (tz, was war das bloß? Ich kannte es jedenfalls nicht).
Und neulich ertappte ich mich dabei, als ich durch die Stadt fuhr, und sich die Schüler aus der bildungsfernen Institution (oh, mir fiel das Wort noch ein ^^) zwängten, dass ich an den Satz denken musste, der mir so oft gesagt wurde: "Die Schulzeit ist die beste Zeit. Genieße es!" Und ich, als stetes Mobbing-Opfer habe es vehement abgestritten. Und doch, so kann ich es nicht leugnen, kam mir der Gedanke, nonverbal ein Informationsstrahl an die Schüler, die ich sah: "genießt es! Es wird nie wieder so."
Ich erschrak doch selber darüber. Was veranlasste mich so zu denken? Ich habe die Schule nie sonderlich gemocht bis gefühlten Hass, über Resignation. Ist es mein Leben? Ist es so furchtbar? Nein, ich bin gerne Mama und habe gerne meinen eigenen Haushalt und bin auch gerne verheiratet. Und während ich darüber nachdachte, kam mir der Gedanke, es sei wohl die Verantwortung. Als Schüler war mein Leben manchmal grauenhaft, trist und sureal. Aber es gab keinerlei Verantwortung. Ein wenig, Hausaufgaben machen, lernen, Arbeiten schreiben, minimal im Haushalt helfen. Und sonst war nichts. Es fühlt sich aus der heutigen Sicht so leicht an.
Ich schätze, ich bin erwachsen geworden. Denn trotz allem möchte ich das alles nicht mehr missen. Ich empfinde es auch nicht als Last im Alltag. Aber manchmal, wenn man die Unbschwertheit der Schüler sieht, denkt man an die Zeit zurück und seufzt. Sehnsüchtig.
Ich war nie wirklich unbeschwert, dessen bin ich mir bewusst. Aber dennoch war ich eben ohne Verantwortung.

Aber eins habe ich festgestellt, die Verantwortung die Struktur im Alltag tut mir gut. Denn ich hatte seit zwei Jahren keine nennenswerte Depression mehr. Manchmal kämpfe ich gegen Melancholie oder ein, zwei Tage laufen nciht so gut. Manchmal sind es auch nur wenige Stunden. Aber das, was mein Mann noch hat, ist schon lange vorbei.

Lloàt sia Deu.




Und das war er. Mein erster Eintrag nach so langer Zeit,
1.11.13 10:01
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


enna (1.11.13 10:44)
bevor ich dich zu lesen beginne: beim anblick deines namens in der sog. blogliste stieß ich unmittelbar freudenlaute aus und klopfte dabei auf die tischplatte meines schreibtisches. oh, wie schön es ist, was von dir zu lesen. duuu.


enna (1.11.13 10:54)
gelesen. auch, wenn du meinst, raus zu sein aus dem schreiben, lesen sich deine worte ganz wunderbar, so leicht, beinahe hingetupft erzählen sie von deiner gedankenschwere, deinem schwermut, aber dazwischen, da glitzert immer wieder deine unerschütterliche freude auf, deine freude an deinem dasein, deinem sosein, weil, ist es nicht das wichtigste, zu wissen, das man noch am leben ist, hier, dass es so ist, wies ist, doch irgendwie gut ist.


NIGGA (2.11.13 11:39)
"bevor ich dich zu lesen beginne: beim anblick deines namens in der sog. blogliste stieß ich unmittelbar freudenlaute aus und klopfte dabei auf die tischplatte meines schreibtisches."

und ich habe gespritzt!

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