Da schrieb jemand bei facebook zum dem Thema WM-Spiel Deutschland gegen Ghana heute Abend: "Jetzt kommt’s auf jeden einzelnen von uns an, damit die Mannschaft wieder funktioniert. Wir dürfen beim Elfmeterschießen jetzt nicht die Nerven verlieren..."

Mmh... das ist wohl das "Wir-Gefühl", welches mir neulich beschrieben wurde. Weswegen man doch WM unbedingt gucken müsse. Ich habe kein Wir-Gefühl. Ich bin wegen Fußball nicht mehr aber auch nicht weniger stolz Deutsche zu sein, was man ja seit einer gewissen Zeit in unserer Geschichte nicht mehr laut sagen darf. Es kommt einfach komisch.
Was ich blöd finde. Ich find dann eher die Aussage auf facebook komisch. Wie kann man sich so sehr damit identifizieren, als ob man selbst auf dem grünen Rasen stehen würde und man selbst dafür zuständig wäre die Tore zu schießen bzw. zu verhindern? Ich versteh's nicht. Das liegt jetzt auch nicht daran, dass das Fußball ist - das ist mir ehrlich egal. Ich verstehe es generell nicht. Sich mit Menschen bzw. einer Sache zu identifizieren, an der man doch eigtl überhaupt keinen Anteil hat.
Ich identifiziere mich mit meinem Land, da wohne ich schließlich, ist meine Heimat, meine Sprache, meine Tradition. Mit meiner Uni vielleicht, da studiere ich, der bezahle ich Geld, da verbringe ich die meiste Zeit. Mit meiner Gemeinde, da bin Mitglied, da verbringe ich viel meiner Privatzeit, habe dort gute Gespräche, war teilweise mein zweites Zuhause, sitze gerne in den Räumlichkeiten.
Aber Fußball (wahlweise auch ne anderer Sportart, die man sich nur anschaut)? Da guck ich auf den fernseher, gut in HD-Qualität, auf Leinwand, da gibts mehr Feeling, schon klar. Man hat mehr das Gefühl, man sei näher am Geschehen, wenn man die Pickel der Spieler sehen kann, aber dennoch kennt man die Spieler nur von Stickern, aus Interviews.
Man schwenkt seine Deutschland-Flagge, gröhlt mit, trinkt haufenweise Bier, genießt es mit anderen Menschen Gemeinschaft zu haben. Ja, das kann ich alles nachvollziehen. Man hat eine gewisse Verbundenheit untereinander, weil alle das gleiche Hobby haben. Aber wieso das dazu führt, dass man sich so sehr damit identifiziert, dass man davon spricht: "WIR müssen nun stark sein, WIR dürfen den Elfmeter nicht verhauen, WIR müssen gut spielen"... das erklärt sich mir immer noch nicht. ich bin der Meinung, DIE müssen gut spielen, damit WIR uns alle zusammen freuen können... wenn es einem denn wichtig ist Fußballweltmeister zu werden. Mir ist das relativ latte. Ist ja nur Sport.
Aber ich finde es schön, dass wir endlich mal wieder ein wenig mehr Nationaltstolz zeigen dürfen, zeigen dürfen, dass Flagge schwenken nichts Negatives ist. Ist es in keinem anderen Land - und auch nicht in Deutschland.

Daumen hoch dafür!
23.6.10 18:59
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mösenkalle (30.6.10 21:38)
Du Poperze kannst dich noch nicht mal mit dir selbst identifizieren, wie willst du es dann gleich mit einem ganzen Land aufnehmen?

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